Blick vom Gohweg zur S .-Marien-Kirche zu Hemme

 

Erbaut wurde die Kirche als eine sog. "Eigenkirche" aus Privat- mitteln der Dithmarscher Geschlechter, deren Wappen an der Orgelempore und am Altar zu sehen sind. Sie unterstand in katholischer Zeit also nicht der päpstlichen Kirchenorganisation. Das finden wir damals desöfteren.  Die Lage der Kirche am östlichen Rand des Kirchspiels dürfte damit zu erklären sein, daß ursprünglich die Ortschaften Bargen, Flehde und Groven am Kirchbau beteiligt waren, aber schon aufgrund von Zwistigkeiten beim Bau abgesprungen sind und bei Lunden verblieben. Dahinter mögen soziale Spannungen gestanden haben. Auf dem Dünen-sand der Nehrung siedelten nur kleine Leute, für die der Boden in der Marsch unerschwinglich war. So liegt es auf der Hand, Differenzen wegen des Aufwandes beim Kirchenbau zu vermuten. Bei der neuen, der Maria gewidmeten Kirche, blieben dann nur Hemme, Hemmerwurth und Zennhusen reine Marschorte   Später, nach seiner Eindeichung im Jahre 1800, kam noch der Karolinenkoog dazu.

Der Innenraum der Kirche hat einen beeindruckende Raum- wirkung. Die reiche Ausstattung stammt fast geschlossen aus dem Jahrhundert nach der Einführung der Reformation. Die Besonder- heiten dieser Kirche sind die durchgehend mit halbhoher Wand-täfelung verkleideten Kirchenwände mit Darstellungen biblischer Geschichten.

Das Gestühl mit geschnitzten, teilweise mit Wappen versehenen Gestühlswangen noch aus dem 16. Jahr-  hundert) ist in drei Blöcken mit zwei Gängen angelegt. Vom Chorraum ist das Kirchenschiff durch einen breiten, flachen Chorbogen abgesetzt, wo das Triumphkreuz von 1697 mit dem dazugehörenden Standfiguren der Maria und des Johannes und den Stifterwappen den Blick auf sich zieht.                                                                  Im Chor ruht auf dem mittelalterlichen Unterbau der figurenreiche Schnitzaltar von 1622 im Stil der Spätrenaissance. In seinem Mittelfeld dominiert die bewegte Kreuzigungsszene mit den vielen Freifiguren. Durch einige "barocke" Zusätze wurde der Altar 1634 "modernisiert".                                                                              Ebenfalls im Altarraum hat die Taufe ihren Platz. Knieende Putten tragen den sechssetigen Aufbau, der mit schönen Reliefs (Alabasterschnitt-Tafeln) verziert ist. Die Hemmer Taufe ist ein Sandsteinwerk von 1608.                                                         Schlicht gehalten ist die Kanzel in Emporeform, eine Arbeit noch des 16. Jahrhunderts (1567), während die beiden barocken Messingkronleuchter dem 17. und 18. Jahrhundert entstammen. Bemerkenswert dürfte auf jeden Fall das an der Nordwand angebrachte Epitaph Kraißbachs von 1635 in frühem Knorpelbarock sein.  

 

Die St.-Marien-Kirche zu Hemme
Die ev.-luth. St.-Marien-Kirche zu Hemme wurde im 14. Jahrhundert auf einer hohen Wurt erbaut. Unter der geweißten Außenhaut verbirgt sich ein vielfach erneuerter Backsteinbau mit einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenem Chor.

Umfangreiche Instandsetzungen wurden in den Jahren 1833 bis 1845 notwendig. Dabei wurde die gesamte West- und Südwand neu aufgeführt und die Holzbalkendecke 1842 neu eingezogen. Schließlich krönt seither am westlichen Ende ein Dachreiter des 19. Jahrhunderts den Westgiebel, vor dem sich auch in geringer Entfernung der hölzerne, vierkantige Glockenturm mit seinem achtseitigen Zeltdach befindet.


Eine Aufnahme von 1916 mit dem sogenannten Kirchensteig.
Er führte von der  Kirche zur alten Schule am heutigen Klint
und von dort weiter nach Bargen.


Diese alte Aufnahme zeigt das frühere Pastorat,
allerdings nicht von hinten, hier befindet sich ein herrlicher Garten,
in dem wir als Kinder nach Herzenslust toben und spielen konnten.


Auch die renovierende Hand des 19. Jahrhunderts hat sich im Innern ein Zeugnis gesetzt. Der neunteilige Orgelprospekt von 1844 bis 1845 läßt aber noch barocke Vorbilder erkennen. Die romanische Orgel stammt von dem Orgelbauer Marcussen aus Apenrade.

An der Außenwand der Kirche sind eine Reihe alter Grabsteine (Stele) aufgestellt worden. Die beiden schönsten wurden in der Kirche hinter dem Altar verewigt.                                                                                 Die St.-Marien-Kirche zu Hemme ist in den letzten Jahren aufwendig restauriert worden, zuletzt in den Jahren 1994 bis 1995 der Altar. Vieles ist jedoch noch zu tun.
Daher wären wir für eine Spende zum Erhalt dieser schönen Dorfkirche sehr dankbar.
Klaus Johannsen, Pastor

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