Eines der schönsten Betätigungen im Laufe eines Schuljahres war und ist wohl immer noch (vielleicht) das Vogelschießen. Zu meiner Zeit fand es immer vor den Sommerferien statt. Das Vogelschießen oder auch Kinderfest wurde  in Hemme 1889 eingeführt. Damals wurde von den Knaben nach dem auf einer hohen Stange befestigten hölzernen Vogel geschossen. Daher auch der Name Vogelschießen.  Am ersten Tag fanden  die Spiele statt,  u. a.: Sackhüpfen, Dosenwerfen.
Topfschlagen: Mit verbundenen Augen, einmal um die eigene Achse gedreht, mußte man mit einem Knüppel (heute würde man einen Baseballschläger nehmen) versuchen, einen  Eimer oder Topf zu treffen.
Eierlaufen: Mit einem Ei auf dem Löffel, mußte man eine vorgeschriebene Strecke laufen und versuchen, als Erster, natürlich mit dem Ei auf dem Löffel,  ins Ziel zu kommen.
Fischstechen: Mit einem aus Holz geformten  Fisch (an einem Tau befestigt), der einen Nagel  an der Spitze hatte, mußte man versuchen, auf einer Ringscheibe die größtmögliche Punktzahl zu erreichen.
Die Älteren kennen sicherlich auch noch das Werfen mit einem Knüppel nach einer Holztaube auf einer hohen Stange - das Taubenwerfen. Bertilde Lembke von der Gärtnerei Lembke errang damit die Königswürde. Am zweiten Tag fand um 14 Uhr der Umzug durch das Dorf statt, der beim Bauern Erp anfing  und dann bei der Gastwirtschaft (entweder bei der Gastwirtschaft "Zur stumpfen Ecke", Schmück, oder im "Gasthof zur Eisenbahn", Thedens) endete, wo der Tanz für die Kinder  mit einer Polonäse begann.

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Das Hemmer Vogelschiessen

1949:
Das erste Königspaar nach dem Krieg

 

 

Hemme: Das diesjährige Vogelschießen fand unter großer Beteiligung der Dorfeinwohner statt. Während der erste Tag den Wettkämpfen und Spielen gewidmet war, wurden am zweiten Tag der Umzug durch das festlich geschmückte Dorf und der Kindertanz durchgeführt. - Die Königswürde wurde von Marga Bansee und Jürgen Wulsdorf errungen. 
Erstmals wurde in diesem Jahr ein Königswanderschild  gestiftet.

 

 

 

 

 

Bevor dann der Königstanz für das Königspaar bzw. Tanz für die Kinder stattfand, wurde noch schnell ein Bild vor der Gastwirtschaft, hier Gasthof "Zur Eisenbahn" Thedens, gemacht. Jetzt hatte man sich schon feingemacht zum Tanzen.